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Impulse zur Exzellenzinitiative 3.0

Nach der ersten und zweiten Förderphase sollte es nun um eine nachhaltige Sicherung der Spitzenforschung gehen, die auch langfristige Perspektiven für das deutsche Wissenschaftssystem bietet. Gleichzeitig sind neuen, vielversprechenden Initiativen Wege zur Förderung zu ebnen.

News vom 02.11.2015

Die Exzellenzinitiative - als einer der großen Pakte für die Hochschul- und Forschungsförderung des Bundes und der Länder - läuft 2017 aus. Bund und Länder haben sich auf eine Verlängerung des Programms geeinigt. Die Rahmenbedingungen werden gegenwärtig verhandelt. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz hat Ende Oktober getagt. Der Wissenschaftsrat und die DFG haben im Sommer bereits den Bericht der Gemeinsamen Kommission zur Exzellenzinitiative vorgelegt. Die Imboden-Kommission arbeitet an ihrer Stellungnahme und legt Anfang 2016 den Abschlussbericht vor.

Angesichts dieser Gemengelage haben die großen Forschungsuniversitäten in Deutschland eine kurze Stellungnahme zur Exzellenzinitiative 3.0 verfasst:

Temporäre und langfristige Exzellenzzentren

Aus diesem Grund unterstützen wir die Idee zweier Förderformate für Exzellenzzentren. Exzellenzzentren sollten als Verbünde unter Führung einer oder mehrerer Universitäten an bestehende Exzellenzcluster anknüpfen oder neue Großprojekte sein. Wir begrüßen ausdrücklich die Möglichkeit, bestehende Exzellenzcluster wettbewerblich in Exzellenzzentren zu überführen. Langfristig eingerichtete Exzellenzzentren könnten dann eine dauerhafte Bund-Länder-Finanzierung nach GG 91b (neu) erhalten. Wir begrüßen darüber hinaus, dass die Antragsberechtigung ausschließlich bei den Universitäten als Organisationszentren des Wissenschaftssystems liegt und der Wettbewerb wissenschaftsgeleitet sein wird.

Förderzeiträume

Alle neuen Förderformate müssen in längeren Zeitintervallen angelegt werden. Der bisherige Wettbewerb der Jahre 2006/07 und 2012 hat das Universitätssystem sehr stark in Anspruch genommen und in vielfältigen, oft mehrstufigen Antragsverfahren wertvolle wissenschaftliche Ressourcen gebunden. Neue Förderinstrumente sollten also mit längeren Förderintervallen verbunden werden.

Förderung von innovativen Governance-Modellen an Spitzenstandorten

Spitzenforschung hängt in ausschlaggebendem Maße von förderlichen institutionellen Arrangements ab, mithin von wissenschaftsadäquaten Entscheidungsstrukturen und Organisationsformen. Deshalb sollte im Rahmen einer neuen Exzellenzinitiative auch ein Förderpfad zur Entwicklung innovativer Governance-Modelle an den Spitzenstandorten integriert werden. Alternativ kann für erfolgreiche Vorhaben in der Förderlinie „Exzellenzzentren“ auch ein doppelter Overhead-Ansatz vorgesehen werden, der für die Entwicklung der universitären Governance und den Ausbau entsprechender Infrastrukturen verwendet werden soll.

10 Standorte

Insgesamt sollten im Rahmen einer Förderlinie Spitzenstandorte etwa 10 Anträge zum Zuge kommen. Die Zahl der Exzellenzzentren (mit geringerem Fördervolumen) sollte wesentlich darüber liegen. Die Ausschreibungen müssen so offen formuliert sein, dass sowohl Verbünde als auch einzelne Universitäten Anträge stellen können. Mit den vorgeschlagenen Förderlinien würde die Förderung von Spitzenuniversitäten ebenso wie von herausragenden Regionen möglich werden.

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