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Vertrauen in die Wissenschaft sichert unsere Zukunft

Weltweit treten Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft heute mit großer Unterstützung aus Politik und Gesellschaft für die Wertschätzung ihrer Arbeit ein.

News vom 21.04.2017

 

International ist ein besorgniserregendes Misstrauen gegenüber wissenschaftlicher Erkenntnis und innovativer Forschung beobachtbar: tendenziöse und lautstarke Leugnung oder Relativierung von Forschungsergebnissen, Repressionen gegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, massive Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit, wahrheitswidrige Behauptungen dominieren vielfach die öffentliche Debatte. Gegen diese Entwicklungen wenden sich die U15-Universitäten mit aller Deutlichkeit und unterstützen daher die Marches for Science grundsätzlich und insbesondere diejenigen an den verschiedenen U15-Standorten in Deutschland.

 

„Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnis schafft Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaften. Dieses Signal soll vom March for Science ausgehen“, so Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg und Vorsitzender von German U15. „Die traditionsreichen Volluniversitäten sehe ich hier in einer besonderen Verantwortung: Sie sind die in der Öffentlichkeit sichtbarsten Institutionen des deutschen Wissenschaftssystems und mit dem gesellschaftlichen und kulturellen Leben ihrer Standorte seit Jahrhunderten eng verbunden. Sie verstehen sich als Orte des offenen Diskussion, der Vielfalt, der Weltoffenheit und Grenzüberschreitung. Damit sind sie in besonderer Weise in der Pflicht, der Öffentlichkeit den Nutzen der Forschung für die Lösung der globalen Herausforderungen zu erklären und aktuelle Entwicklungen in größere Zusammenhänge einzuordnen.“

 

Die aktuellen wissenschaftsfeindlichen Entwicklungen sind kein exklusives Problem der scientific community: Mit der Diskreditierung von Expertentum und wissenschaftlich gesicherter Erkenntnis erodiert eine entscheidende Voraussetzung für jedes Vertrauen in eigene Standpunkte und die eigene Zukunft, für individuelle Zuversicht, Dialogfähigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

 

In Deutschland steht die Wissenschaft deutlich weniger unter Druck als in anderen Teilen Europas und der Welt. Hier erkennen Politik und Öffentlichkeit ihre große Bedeutung für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und das gesellschaftliche Klima an. Mit dem Erstarken populistischer Positionen wird allerdings auch hierzulande vermehrt eine Intoleranz gegenüber den produktiven Zumutungen vernehmbar, die mit Wissenschaft seit jeher auch verbunden sind: Die Forschung mit ihren Fragen und Ergebnissen kann unbequem sein und ist es in Jahrhunderten – zum Wohle der Menschheit – oftmals gewesen. In jüngster Zeit fordern beispielsweise die Forschungen zum Klimawandel, zu globaler Ungleichheit oder zur Geschlechterdifferenz alltägliche Gewissheiten und Gewohnheiten verstärkt heraus. Gefordert ist keine kritiklose Anerkennung der Fragerichtungen und Ergebnisse dieser und anderer Forschungsaktivitäten. Die U15-Universitäten wenden sich aber entschieden dagegen, dass Forschungsaktivitäten mit Fragerichtungen und Ergebnissen, die das Selbstbild von Einzelpersonen und Gesellschaften destabilisieren, von vornherein auf Ablehnung stoßen. Eine gleichermaßen gelassene wie aufgeschlossene Haltung gegenüber jeder Form von Wissenschaft ist erforderlich.

 

Hans-Jochen Schiewer stellt klar: „Nur in einem durch gelassene Aufgeschlossenheit geprägten Klima kann sich Wissenschaft optimal entfalten und mit ihren Fragen und Ergebnissen die Welt zum Positiven verändern.“

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