Forschungsdatengesetz: Auf dem Weg zum Innovationsmotor?
News vom 24.03.2026
Wie kann aus einem Forschungsdatengesetz (FDG) ein echtes Innovationsgesetz werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Diskussionsveranstaltung am 24. März im BASECAMP Berlin, zu der U15 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Dateninfrastruktur eingeladen hatte.
Daten als Schlüssel für Fortschritt
Forschungsdaten sind eine zentrale Grundlage für wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritt und unerlässlich für evidenzbasierte Politikberatung. Ihre effektive Nutzung und Verknüpfbarkeit entscheidet zunehmend über die Innovationsfähigkeit eines Landes. In Deutschland bestehen jedoch nach wie vor erhebliche Hürden: fragmentierte rechtliche Rahmenbedingungen, uneinheitliche Datenschutzinterpretationen sowie mangelnde technische und organisatorische Vernetzung erschweren den Zugang zu und die Nachnutzung von Daten.
Das Ergebnis ist häufig Unsicherheit bei Forschenden und Institutionen – und damit eine gebremste Innovationsdynamik.
Das Forschungsdatengesetz als Chance
Mit dem geplanten Forschungsdatengesetz beabsichtigt die Bundesregierung, strukturelle und rechtliche Hürden im Umgang mit Forschungsdaten systematisch abzubauen. Insbesondere soll das Gesetz:
- rechtliche Rahmenbedingungen zu harmonisieren und zu präzisieren
- den Zugang zu Forschungsdaten – auch sektorenübergreifend – zu erleichtern
- Governance- und Vermittlungsstrukturen (z. B. Datenzugangsstellen) zu stärken
- mehr Rechtssicherheit und klare Zuständigkeiten im Datenumgang zu schaffen
Doch reicht das aus, um nachhaltige Innovationsimpulse zu setzen?
Impulse aus Wissenschaft und Praxis
Einen inhaltlichen Auftakt setzte Prof. Dr. Sonja Schimmler, Sprecherin des Konsortiums NFDI4DataScience, Fraunhofer FOKUS, TU Berlin, Weizenbaum-Institut.
In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten:
- Dr. Christian Busse (NFDI4Immuno, DKFZ)
- Prof. Dr. Petra Gehring (Rat für Informationsinfrastrukturen, TU Darmstadt)
- Dr. Andrea Lübcke MdB (Bündnis 90/Die Grünen)
- Dr. Daniel Vorgrimler (RatSWD, Statistisches Bundesamt)
- Maja Wallstein MdB (SPD)
Moderiert wurde die Veranstaltung von Yannick Bauer, Leitung Politik bei U15.
Einigkeit über Tempo – Diskussionsbedarf im Detail
Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Nach langer Vorlaufzeit besteht breite Einigkeit darüber, dass das Forschungsdatengesetz nun zügig auf den Weg gebracht werden sollte.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass in entscheidenden Punkten noch klare Verbesserungspotenziale bestehen
- Die Gewichtung von Datenschutz
- die konkrete Ausgestaltung von Datenzugängen
- die Frage, welche Datensätze im Gesetz berücksichtigt werden
Dialog als Schlüssel zur Weiterentwicklung
Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig der kontinuierliche Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Datenproduzierenden ist, um tragfähige Lösungen zu entwickeln. Auch das Publikum brachte sich mit zahlreichen Fragen und Perspektiven ein.
Im anschließenden Networking wurde der Dialog weiter vertieft.
Fazit
Das Forschungsdatengesetz bietet eine große Chance, den Umgang mit Forschungsdaten in Deutschland grundlegend zu verbessern. Damit es jedoch zu einem echten Innovationsgesetz wird, kommt es entscheidend auf die konkrete Ausgestaltung an. Klar ist: Nur wenn Zugänglichkeit, Rechtssicherheit und Datenschutz sinnvoll zusammengedacht werden, kann das volle Potenzial von Forschungsdaten gehoben werden.
Zeit&Ort:
24. März 2026
BASECAMP, Berlin

