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Zwischen KI, Quantenforschung und Robotik: Delegationsreise nach Südkorea

© German U15

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© Sogang University

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News vom 22.05.2026

Südkorea gehört heute zu den weltweit führenden Innovationsstandorten. Im Global Innovation Index 2025 belegt das Land Platz 4 weltweit – mit Spitzenwerten bei Forschenden pro Einwohner, FuE-Ausgaben und industrienaher Forschung. Besonders in Bereichen wie digitale Kommunikation, Halbleitertechnologien, Energie- und Medizintechnik prägt Südkorea zunehmend globale Innovationsdynamiken.

Für die deutschen U15-Universitäten ist die Zusammenarbeit mit Südkorea deshalb von besonderer Bedeutung:
→ Zugang zu hochdynamischen Innovationsökosystemen
→ gemeinsame Entwicklung zentraler Zukunftstechnologien
→ Ausbau belastbarer Partnerschaften mit einem demokratischen Wertepartner
→ Diversifizierung internationaler Kooperationen in einer geopolitisch fragmentierten Welt

Die Delegationsreise der U15-Universitätsleitungen vom 19. bis 22. Mai 2026 nach Seoul und Daejeon machte deutlich: Deutschlands Stärke in der Grundlagenforschung und Südkoreas hohe Anwendungs- und Innovationsorientierung ergänzen sich in besonderer Weise.


Tag 1 – Seoul: Auftakt der Delegationsreise

Zum Auftakt der Reise standen Gespräche in der Deutschen Botschaft in Seoul sowie der Besuch der Sogang University auf dem Programm. Dort wurde besonders sichtbar, wie eng Forschung und Industrie in Südkorea verzahnt sind. Die Delegation erhielt Einblicke in Robotik, KI-gestützte autonome Systeme, neue Materialforschung sowie industriegetriebene Halbleiter- und Batterieforschung.

Eindrücklich war der Besuch des Center for Noncentrosymmetric Materials, des AI Robotics Lab sowie der Industry-Academia Joint Research Labs mit Partnern wie Hanwha Total Energies oder SK hynix. Forschung wird hier konsequent mit industrieller Anwendung und Talententwicklung verbunden.

Ein weiteres wichtiges Signal der Reise war die Unterzeichnung eines Joint Statements zur Vertiefung der Partnerschaft zwischen der Sogang University und der Universität Leipzig.


Tag 2 – Seoul: Batterien, Quanten und Nanomedizin

Der zweite Reisetag führte die Delegation an mehrere der renommiertesten Universitäten Südkoreas: Seoul National University, Ewha Womans University sowie die Yonsei University.

Im Mittelpunkt standen Schlüsseltechnologien mit hoher strategischer Relevanz:

  • Batterieforschung für Elektromobilität und Energiespeicherung
  • Quantentechnologien und Quantencomputing
  • Nanomedizin und interdisziplinäre Materialforschung
  • KI-Forschung

Besonders deutlich wurde dies beim Besuch des IBS Center for Quantum Nanoscience (QNS), wo Forschende an atomarer Datenspeicherung und neuen Ansätzen für Quantencomputing arbeiten.

Der Austausch machte zugleich sichtbar, wie stark Südkorea internationale Kooperationen strategisch nutzt – etwa durch gemeinsame Forschungszentren mit europäischen Partnern wie dem Max-Planck-Yonsei IBS Center.

 

Tag 3 – Daejeon: Im „Silicon Valley Asiens“

Mit dem KTX-Hochgeschwindigkeitszug reiste die Delegation nach Daejeon – dem wissenschaftlichen Zentrum Südkoreas. Hier besuchte die Gruppe das Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) sowie das Institute for Basic Science (IBS). KAIST steht exemplarisch für das koreanische Innovationsmodell: exzellente Grundlagenforschung verbunden mit Entrepreneurship, Technologietransfer und strategischer Industriepolitik. Auch das IBS verdeutlichte die langfristige Perspektive koreanischer Forschungspolitik: wissenschaftliche Exzellenz, internationale Offenheit und große wissenschaftliche Autonomie gelten dort als zentrale Leitprinzipien.

 

Tag 4 – Seoul: Biomedizin, Robotik und internationale Vernetzung

Am letzten Tag der Reise standen erneut Zukunftstechnologien im Fokus – diesmal insbesondere Biomedizin, Robotik und KI-Anwendungen an der Korea University.

Besucht wurden unter anderem:
→ das Biosafety Center
→ das Distributed Robot Intelligence Lab

Ein besonderer Programmpunkt war der Austausch mit Studierenden des Tuebingen Center for Korean Studies (TUCKU), einem gemeinsamen akademischen Brückenprojekt der Universität Tübingen und der Korea University. Das TUCKU wurde im Frühjahr 2012 gegründet und ist die Außenstelle der Universität Tübingen in Seoul, die den akademischen Austausch, die Betreuung von Studierenden vor Ort sowie gemeinsame Forschungs- und Kooperationsprojekte koordiniert.


Gerade dieser Austausch zeigte, dass internationale Wissenschaftskooperation weit über gemeinsame Forschungsprojekte hinausgeht: Sie lebt von persönlicher Vernetzung, Mobilität und langfristigen Beziehungen zwischen Institutionen und Menschen.

 

Fazit: Ein strategisch starkes Match

Die Delegationsreise hat gezeigt: Deutschland und Südkorea ergänzen sich wissenschaftlich in besonderer Weise.

Deutschland bringt starke Grundlagenforschung, wissenschaftliche Breite und lange etablierte Forschungsstrukturen ein. Südkorea überzeugt durch hohe Geschwindigkeit, und eine enge Verzahnung von Forschung, Industrie und technologischer Anwendung.

Ein besonderer Dank gilt der Deutsche Botschaft Seoul für die Begleitung und Unterstützung der Delegationsreise.


Auf einen Blick

Delegationsreise nach Südkorea: Zukunftstechnologien und strategische Partnerschaften

Datum: 19.–22. Mai 2026

Ort: Seoul und Daejeon, Südkorea

Teilnehmende: Delegation von Universitätsleitungen und Vertreterinnen und Vertretern der German U15

Ziele der Reise:
• Einblicke in die südkoreanische Wissenschafts- und Innovationslandschaft gewinnen
• Strategische Partnerschaften mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen stärken
• Kooperationen in Zukunftstechnologien wie KI, Halbleitern, Batterien und Quantentechnologien vertiefen
• Wissenschaftliche Zusammenarbeit, Talentmobilität und internationale Vernetzung ausbauen
• Die deutsche Forschungslandschaft und die Stärken der U15-Universitäten international sichtbar machen

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