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Unsere Universitäten machen Europa stark!

© Unsplash/Lukas

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Bildquelle: © Unsplash/Lukas

News vom 13.07.2026

Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren stimmte das Vereinigte Königreich für den Brexit. Dennoch bleiben die EU und Großbritannien enge Partner, verbunden durch gemeinsame Werte und Interessen. Ihre Sicherheit und ihr Wohlstand sind eng verflochten. Das zeigt sich besonders in Wissenschaft und Innovation.

Aufbauend auf den jahrzehntelangen Beziehungen, haben Forscher an deutschen und britischen Hochschulen ihre Zusammenarbeit weiter intensiviert. Entstanden sind strategische Partnerschaften zwischen Universitäten wie Tübingen und Durham, der LMU München und Cambridge oder die Oxford-Berlin-Allianz. Sie stehen stellvertretend für ein dichtes Netzwerk von Kooperationen.

Heute ist diese Zusammenarbeit wichtiger denn je. Denn das geopolitische Umfeld ist angespannt, das Vertrauen in die Wissenschaft schwindet, und vielerorts droht nationale Interessenpolitik das internationale Forschungs- und Innovationsökosystem zu schwächen. Für Europa ist dies Herausforderung und Chance: Wenn wir mutig vorangehen, kann es sich als weltweit wichtigster Knotenpunkt für offene, exzellente und vertrauenswürdige Wissenschaftskooperationen etablieren.

Deutschland und das Vereinigte Königreich tragen als größte Wissenschaftsnationen Europas besondere Verantwortung. Ihre Universitäten sind forschungsstark und eng mit Wirtschaft und Gesellschaft vernetzt – sie stärken das Wirtschaftswachstum ebenso wie die Souveränität und Sicherheit Europas.

In den vergangenen Jahren haben unsere Länder ihre Zusammenarbeit weiter vertieft – in Bereichen wie Wasserstoff, Energie und Klima, KI, Quantentechnologien, Lebenswissenschaften und Verteidigung. Der Kensington-Vertrag von 2025 gibt dieser Kooperation einen neuen Rahmen.

Die Gelegenheit, die deutsch-britischen Wissenschaftsbeziehungen zu stärken, ist günstig. Dafür gilt es den Kensington-Vertrag mit Leben zu füllen: durch den Ausbau von Vereinbarungen zwischen Forschungsförderern, gemeinsame Stipendien und mehr akademische Mobilität.

Zugleich haben sich die EU-UK-Beziehungen stabilisiert. Der britische »Reset« eröffnet neue Möglichkeiten, besonders bei Forschung und Bildung. Horizon Europe – das weltweit größte Programm für Forschung und Innovation – ermöglicht es, Ideen und Ressourcen zu bündeln, während Erasmus+ Chancen für den interkulturellen Austausch junger Menschen schafft. Diese Programme fördern Innovation und langfristige Bindungen.

Ob Europa seine Chance ergreift, zur Drehscheibe internationaler Wissenschaftskooperation zu werden, hängt vom kommenden EU-Forschungsrahmenprogramm ab. Dass Horizon eigenständig bleiben soll und der Anteil des Europäischen Forschungsrats (ERC) am Budget erhalten bleibt, ist ebenso wichtig, wie die Unabhängigkeit des ERC sowie von Doktoranden-Netzwerken und Postdoktoranden-Stipendien zu sichern. Und das Programm muss bewahren, was europäische Forschungskooperation auszeichnet: Wettbewerb, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und eine forschungsorientierte zweite Programmsäule. Dazu gehört die Einbindung von Partnern. Europa gewinnt nicht, indem es Wissenschaftskooperation einschränkt, sondern indem es assoziierte Länder gleichberechtigt behandelt und thematische Ausschlüsse auf ein Minimum beschränkt.

Die Universitätsverbünde German U15 und Russell Group pflegen bereits enge Beziehungen. Der Kensington-Vertrag und Horizon Europe bieten Plattformen, um diese weiter zu stärken. Gemeinsam können unsere Länder eine ehrgeizige europäische Wissenschaftsagenda vorantreiben: international, wissenschaftlich exzellent und strategisch handlungsfähig. Ein starkes Forschungsrahmenprogramm wäre dafür das wichtigste Signal. Wenn wir diesen Weg gehen, stärken wir Europas Innovationskraft, unsere gemeinsame Sicherheit und die Wissenschaft weit über unseren Kontinent hinaus.

Autoren: Chris Day ist Vorstandsvorsitzender der Russell Group und Präsident der Newcastle University
Michael Hoch ist Vorstandsvorsitzender von German U15 und Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Veröffentlichung in DIE ZEIT Nr. 28/2026, Position, 25. Juni 2026

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