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EU-Weißbuch zu Dual Use-Forschung: U15 fordert klare Definitionen und ein robustes Budget für erkenntnisgeleite Forschung

Dual Use-Forschung

Dual Use-Forschung
Bildquelle: © Unsplash/Gabriella Clare Marino

News vom 29.04.2024

Mittels GPS (Global Positioning System) navigieren wir heute sicher durch den Straßenverkehr oder finden uns auf Reisen in unbekannten Städten zurecht. In den 1970er Jahren im Auftrag des amerikanischen Verteidigungsministeriums für den militärischen Gebrauch zur Positionsbestimmung und Navigation entwickelt, ermöglicht es präzise Standortbestimmungen, die für die Koordination von Truppenbewegungen, Zielgenauigkeit in Konfliktsituationen und die Überwachung strategischer Standorte essentiell waren und sind. Heute wird diese Technologie durchweg auch im zivilen Bereich genutzt und ist aus unserer Alltagsnavigation nicht mehr wegzudenken. Diese Dualität zeigt, wie eine für militärische Zwecke entwickelte Technologie das tägliche Leben vereinfachen kann. Ebenso gibt es Beispiele, die ursprünglich für zivile Zwecke entwickelt wurden und dann Anwendung im militärischen Bereich fanden.

Wenn man von Forschung spricht, die sowohl zivile als auch militärische Anwendungen hat, ist von sog. Dual Use Forschung die Rede. Also von Forschung und Technologien, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke genutzt werden können, wie eben die GPS-Navigation.

Die Diskussion um die Förderung von Dual Use-Technologien nimmt im wissenschaftspolitischen Raum sowohl in Deutschland als auch auf EU-Ebene derzeit großen Raum ein. Sie wird angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen relevanter denn je. Die Europäische Kommission veröffentlichte daher ein Weißbuch, in dem sie Optionen zur Förderung von Forschung und Entwicklung zu Dual-Use-Technologien untersucht und drei Optionen zur Umsetzung vorschlägt. Ziel ist es, Europas strategische Autonomie und technologische Souveränität zu stärken und Potenziale für sog. Spillover-Effekte zwischen ziviler und militärischer Forschung zu heben. Dies kann weitreichende Konsequenzen für die Förderarchitektur auf europäischer Ebene haben.

Unser Appell lautet daher: Die Freiheit der Forschung und die Wahrung der Autonomie der Universitäten ist unverzichtbar. Sie müssen auch bei der Priorisierung von politisch wichtigen Themen und entsprechend erfolgender Aufteilung der Haushaltsmittel beachtet werden.

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